Was tut eigentlich ein Parfum-Meister

Parfum-Meister werden

Parfum-Meister werden

Ein Beruf mit Tradition für feine Nasen: der Parfum-Meister. Bereits im 17. Jahrhundert widmeten sich diese Duft-Virtuosen, die Maître de Parfum der feinen französischen Parfümeriekunst. Wo damals noch unangenehme Gerüche überdeckt und Perücken und Lederhandschuhe einparfümiert werden mussten, bietet der Beruf nun vielfältige Einsatzbereiche.
Grundvoraussetzung ist im wahrsten Sinne des Wortes ein “feines Näschen” – rund 3.000 verschiedene Duft-Nuancen zu kennen und zu unterscheiden, gehört für den Parfumeur genauso dazu wie ein breites Fachwissen über Düfte und Parfüms.

Nicht zuletzt sollte der Parfum-Meister über eine gesunde Portion Menschenkenntnis verfügen, muss er doch Kunden helfen, den perfekten Duft für sie zu finden. Welcher Dufttyp ist der Kunde? Ist der Kunde Single oder verheiratet? Ein Single wünscht sich vielleicht eher einen erotisch-verführerischen Duft als die langjährig verheiratete Kundin. Wie sehen die Hobbys aus? Eher sportlich oder doch elegant und zurückhaltend? All dies sind Fragen, die ein guter Parfum-Meister in seine Übelegungen einbeziehen muss, ehe er seiner Kundin zu dem perfekten Duft verhelfen kann. Diese “klassischen” Aufgaben stellen jedoch nur einen Bruchteil des Einsatzgebiets für ausgebildete Parfumeure dar.

Wie wird man Parfum-Meister

Als Parfum-Meister befindet man sich in einem kleinen, exklusivem Kreis: Weltweit gibt es nur 500 Parfumeure, davon rund 40 in Deutschland. Doch wie wird man eigentlich Parfumeur und wo kann man tatsächlich arbeiten? Eine klassische Ausbildung, wie z.B. von der Industrie- und Handelskammer vorgeschrieben, gibt es nicht – der Parfumeur ist kein geschützter Begriff. Die liegt vor allem daran, dass der Parfumeur zugleich Handwerker, Künstler und auch Chemiker ist.

Die Wege zum Parfumeur sind vielfältig. Zum einen gibt es sogenannte Parfumeurschulen, an denen das klassische Handwerk des Parfumeurs erlernt werden kann. Eine der traditionellsten Schulen befindet sich in Grasse (Frankreich) – bekannt als Hauptstadt des Parfums – im Grasse Institute of Perfumery. Voraussetzung für die 9-monatige Ausbildung ist hier ein bestimmtes Ausbildungsniveau. Dies kann z.B. eine abgeschlossene Berufsausbildung als Chemielaborant nachgewiesen werden. Sehr gute Englischkenntnisse sind ebenfalls Voraussetzung. Nicht zuletzt sollte man über eine ordentliche Portion Kreativität und ein ausgeprägtes Geruchsgedächtnis verfügen.

Vielfältige Einsatzgebiete

Die meisten Parfumeure arbeiten jedoch nicht in eigenen Ateliers oder in Parfumerien. Da Parfumeure einen Duft “nutzbar” machen, arbeiten Sie oftmals in der Riechstoff-Industrie (nähere Informationen liefert der DVRH – Deutscher Verband der Riechstoff-Hersteller). Dort werden Sie in Labors für alle “riechenden” Produkte wie Cremes, Shampoos, Waschmittel oder für chemisch-technische Anwendungen gebraucht. Hier werden die Parfumeure z.B. vor die Herausforderungen gestellt, dass die Seife auch nach Monaten noch duftet, oder ein Waschmittel so zu parfümieren, dass der Enzymgeruch ausgeglichen wird. Daher ist es nicht verwunderlich, das sich die meisten Ausbildungsplätze zum Parfumeur in der Industrie befinden. Meist findet eine Ausbildung begleitend zu einem Chemiestudium statt, oder aber in Form einer Laborantenausbildung in der Riechstoff-Industrie. Egal ob nun der chemische oder der handwerkliche Schwerpunkt in der Ausbildung überwiegt, fast jeder Parfumeur hat in seiner Ausbildung einmal ein Eau de Toilette hergestellt.

Dass Parfumeure jedoch ausschließlich Düfte für Flakons kreieren ist also ein Mythos, solche Arbeitsplätze gibt es schlichtweg kaum noch. Wer jedoch genau darin seine Berufung sieht, sollte sich darauf einstellen, dass wie in jedem Kunsthandwerk auch ist hier nicht nur Ideenreichtum gefragt ist, sondern auch Vermarktungspotenzial.