Duftstoffallergie – 13% der Bevölkerung sind betroffen!

Die meisten Parfums bestehen heute aus künstlichen Inhaltsstoffen.

Das Lieblingsparfum ein Chemiebaukasten?

Die allerwenigsten Parfums werden heutzutage noch aus natürlichen Zutaten hergestellt. Die meisten bestehen aus den mehr als 4000 Chemikalien, die dem Durchschnitts-Duftmischer zur Verfügung stehen.

Das hat leider nicht nur den Effekt, dass immer neue Duft-Kombinationen entstehen, sondern auch, dass immer mehr Menschen eine Duftstoffallergie entwickeln. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits etwa 13 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Tendenz steigend. Und die Gefahr lauert nicht nur im Lieblings-Parfum – heutzutage beinhalten alle Kosmetika und Putzmittel Duftstoffe, die Auslöser einer Allergie sein können.

In den meisten Fällen kann man sich wirklich nicht mehr sicher sein:
Halte ich jetzt die Liste der Inhaltsstoffe meines Lieblings-Parfums in den Händen oder die Bastelanleitung zur Herstellung von Sprengstoff? Die Ähnlichkeit ist verblüffend.
• Toluol
• Ethanol
• Aceton
• Formaldehyd
• Benzol
• Methylchlorid
Da wünscht man sich dich, man hätte im Chemieunterricht besser aufgepasst – oder gleich ein Chemiestudium abgeschlossen.

Doch bevor jetzt Panik ausbricht:
In Deutschland gibt es strenge Vorschriften und hohe Sicherheitsanforderungen an Parfum und Kosmetika, die regelmäßig vom Bundesministerium für Verbraucherschutz kontrolliert werden.

Natürlich explodiert das Lieblingsflakon nicht bei Erschütterungen. Trotzdem sollte man umsichtig mit Kosmetika umgehen, denn eine Allergie sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie kann sich auch erst nach langem Gebrauch von ein und demselben Parfum entwickeln und eine Reaktion tritt teilweise erst 48 Stunden nach Gebrauch des Produktes auf. Generell gilt, dass gesunde Haut weniger anfällig ist, als besonders empfindliche, leicht geschädigte oder viel beanspruchte Haut. Besonders gefährdet sind vor allem das Gesicht und die Hände, weil sie am häufigsten mit Kosmetikprodukten in Berührung kommen.

Wichtig ist, dass man vor allem bei neuen Produkten immer darauf achtet, ob die Haut irgendwie auffällig reagiert. Das Parfum sollte also immer erst vorsichtig am Handgelenk getestet werden.Anzeichen für eine Überempfindlichkeit können zum Beispiel
• Rötungen
• Juckreiz
• Schwellungen
• oder Brennen
der Haut sein. Dann sollte man unbedingt das Produkt oder Parfum, dass man in Verdacht hat die Ursache zu sein, absetzen und sich genau die Liste der Inhaltsstoffe ansehen und mit anderen benutzten Produkten vergleichen. Hat man den vermeintlichen Übertäter entlarvt, macht es Sinn, alle anderen Produkte im Spiegelschrank – aber auch im Putzregal, denn auch in Putzmitteln sind Duftstoffe und Chemikalien enthalten – auf ihre Inhaltsstoffe zu überprüfen und gegebenenfalls großzügig auszusortieren. Tritt die Reaktion noch einmal auf oder wird stärker, sollte auf jeden Fall ein Hautarzt konsultiert werden!

Bei Duftstoffen und Parfums können auch Symptome auftreten, die man nicht unbedingt mit dem Parfum in Zusammenhang bringt. So zum Beispiel:
• Kopfschmerzen
• Konzentrationsstörungen
• Schwindel
• oder Schwächeanfälle.
Und auch hier gilt: Nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lieber gleich zum Arzt gehen und einen Allergietest machen lassen.

Um böse Überraschungen zu vermeiden…
wird empfohlen, ein neues Parfum oder anderes Kosmetikprodukt erst einmal ein paar Tage an einer kleinen Stelle am Unterarm aufzutragen und so auf seine Verträglichkeit zu testen. Erst wenn sich dort keine Reaktion zeigt, kann man es normal verwenden. Bei einer bekannten Allergie oder Überempfindlichkeit sollte außerdem immer die Liste der Inhaltsstoffe von einem neuen Parfum überprüft werden. Aber auch wenn diese Überprüfung negativ ausfällt, ist Vorsicht geboten: Die Hersteller sind nur dazu verpflichtet, Inhaltsstoffe auf der Verpackung anzugeben, die sie bewusst verwendet haben. Mögliche Verunreinigungen bei Produktion und Transport müssen nicht angegeben werden, sind aber trotzdem möglich.

Weniger ist mehr…
das gilt nicht nur für die Menge des aufgetragenen Parfums – was einem immer dann besonders auffällt, wenn man in der U-Bahn mal wieder neben jemandem feststeckt, der anscheinen in seinem Eau-de-Toilette gebadet hat – sonder auch für die Anzahl der verschiedenen verwendeten Produkte. Natürlich hat es schon etwas für sich in Töpfen und Tiegeln zu schwelgen und so manche Frau frönt gern den wunderbaren Düften, aber man sollte nicht zu viel auf einmal und durcheinander verwenden, und immer darauf achten, dass die Haut ab und zu auch mal eine Pause hat, um sich zu erholen.