Das Mörder-Parfum

Cover des Kinofilms von 2006

Cover des Kinofilms von 2006

Auch in der Literatur findet sich das Thema Parfums/Düfte wieder. Eines der bekanntesten Bücher zu dem Thema Parfum erschien 1985 und hielt sich ganze 316 Wochen auf den Bestsellerlisten. Erzählt wird die Lebensgeschichte Jean-Baptiste Grenouilles, der zum Mörder wird um das Beste aller Parfums zu erschaffen. Das Motiv des Geruchs zieht sich durch den ganzen Roman, der einen leicht morbiden Charakter besitzt.

Grenouille wird im 18. Jahrhundert in Paris auf dem Fischmarkt geboren. Beim Lesen hast Du den Eindruck als könntest Du den ekelhaften Gestank, der dieser Stadt anhaftet, wirklich riechen: Der Fischmarkt, die Schlachtereien, die Gerber und die vielen ungewaschenen Menschen. Für Leute mit einem schwachen Magen ist das Buch definitiv nichts. Für alle anderen gebe ich den Inhalt kurz wieder.

Die Mutter Grenouilles empfängt ihren Sohn während der Arbeit an einem Fischstand. Der festen Überzeugung, dass es sich bei ihm um eine Totgeburt handelt schiebt sie den Säugling direkt weiter zu den Fischabfällen. Der kleine Grenouille besitzt jedoch einen ausgeprägten Überlebenswillen und erregt durch sein Weinen die Aufmerksamkeit der Umstehenden. Kurzerhand wird seine Mutter als Kindsmörderin verurteilt und hingerichtet, während Grenouille seine Reise von Amme zu Amme antritt.

Von Anfang an wird deutlich, dass Grenouille etwas an sich hat, das die Menschen um ihn herum verstört und abstößt. Grenouille fehlt ein Eigengeruch. Du denkst jetzt sicher, dass sei kein Beinbruch. Aber all die Ammen, die sich um ihn kümmern sollen geben das Baby nach kurzer Zeit wieder zurück, weil sie sich von ihm merkwürdig ausgelaugt fühlen und ihn irgendwie unheimlich finden. Erst Madame Gaillard behält den Jungen für einige Jahre bei sich, weil ihr selbst der Geruchssinn abhanden gekommen ist. Das Leben bei ihr ist hart, denn sie besitzt auch kein Gefühl für Wärme oder Liebe. Die anderen Kinder, die sie bei sich aufgenommen hat versuchen mehrere Male ihn zu ersticken, weil sie ihn nicht in ihrer Nähe ertragen können.

Grenouille riecht selbst zwar nach nichts, aber er besitzt einen außergewöhnlich ausgeprägten Geruchssinn. Er verbringt seine Zeit liebend gerne damit Gerüche zu sammeln und nach neuen Gerüchen zu suchen. Dabei unterscheidet er aber noch nicht zwischen angenehmen und unangenehmen Parfums. So macht es ihm auch nichts aus als Madame Gaillard ihn an einen Gerber verkauft. Er überlebt die Arbeit aufgrund seiner Zähigkeit und erhält sogar ein wenig Freizeit, die er nutzt um in der ganzen Stadt nach neuen Gerüchen zu suchen. Dabei trifft er eines Tages auf einen unglaublich schönen Duft, den er nicht zuordnen kann. Nachdem er den Duft durch die ganze Stadt verfolgt hat findet er die Ursache in einem jungen Mädchen. Bei dem Versuch ihr Parfum für immer in sich aufzunehmen stirbt das Mädchen und ihr wunderbarer Duft verflüchtigt sich. Das einzige, das Grenouille jetzt noch am Leben hält ist das Verlangen zu erfahren wie es ihm gelingen kann Düfte einzufangen.

Seine Talente bleiben nicht unentdeckt und er bekommt die Gelegenheit bei einem Parfumeur in die Lehre zu gehen. Dort lernt er verschiedene Verfahren zur Parfumherstellung kennen. Die Lehre reicht ihm aber bald schon nicht mehr aus. Er möchte nicht nur die Parfums destillieren, sondern sucht nach einem Verfahren mit dem man wirklich jeden Geruch einfangen kann. Auch den Geruch von Glas oder Steinen. Aus Enttäuschung erkrankt er an einer tödlichen Krankheit und wird erst wieder gesund als er erfährt, dass es in der Stadt Grasse noch andere Parfumeure gibt, bei denen er lernen kann.

Er verlässt Paris mit dem Ziel nach Grasse zu gelangen und dort seine Ausbildung zum Parfumeur zu beenden. Außerhalb der Stadt stellt er aber fest, dass der Geruch der anderen Menschen um ihn herum ihn anwidert. Es zieht ihn in die Einsamkeit, an einen Ort an dem es nicht nach Menschen riecht. In den folgenden 7 Jahren führt Grenouille ein Dasein als Einsiedler. In dieser Zeit beschäftigt er sich nur mit den Gerüchen, die er im „Palast der Düfte“ in seinem Kopf gesammelt hat und der nicht nur Parfums enthält. Eines Tages träumt er, dass er in all diesen Gerüchen ertrinkt und als wieder aufwacht stellt er zum ersten Mal in seinem Leben fest, dass er keinen Geruch besitzt. Er fasst den Plan seine Ausbildung zu beenden und ein Parfum zu erschaffen, das so wunderbar riecht, dass alle Menschen ihn einfach lieben müssen.

Zurück in der Zivilisation entwickelt Grenouille aus einigen widerlichen Zutaten ein Parfum mit dem er sich unbemerkt unter Menschen bewegen kann. Dieses Parfum gaukelt seinen Mitmenschen vor, dass er genau wie sie ist. Durch dieses Parfum erfährt zum ersten Mal in seinem Leben Akzeptanz. Grenouille lernt daraus, dass Menschen durch ihren Geruchssinn leicht zu manipulieren sind. Um Macht zu erlangen will er DAS Parfum erschaffen.

In Grasse beendet er schließlich seine Ausbildung und lernt tatsächlich Verfahren, die ihn in die Lage versetzen alle Gerüche einzufangen.
Jetzt kann er mit der Arbeit an seinem Parfum beginnen. Er schnüffelt sich durch die Stadt immer auf der Suche nach einem so schönen Duft wie er ihn zuerst in Paris erschnüffelt hat. Wenn er den Geruch eines schönen Mädchens einfängt stirbt sie jedoch.

Überall in der Stadt haben die Menschen Angst um ihre Töchter. Grenouille kommt in jedes Haus und hinterlässt überall nackte und kahlgeschorene Mädchenleichen.

Kurze Zeit nachdem er sein Meisterstück beendet hat wird Grenouille entdeckt und verhaftet. Für seine Verbrechen soll er hingerichtet werden. Am Tag der Hinrichtung benutzt er einige Tropfen seines Parfums. Niemand kann sich der Macht seines Parfums entziehen. Der Vater eines ermordeten Mädchens will ihn sogar adoptieren, weil er in dem Parfum seine Tochter wiederfindet. Grenouille wird begnadigt und verlässt die Stadt.

Weil die Menschen nicht ihn lieben, sondern nur sein Parfum, will Grenouille sein Leben beenden. Er übergießt sich mit der kompletten Flasche seines Parfums und lässt sich von einer Gruppe Bettler zerreißen und auffressen.

„Das Parfum“ umfasst knapp 300 Seiten. Wem ein Film lieber ist, dem sei der gleichnamige Kinofilm empfohlen. Der Film erschien 2006 und besticht mit berauschenden Bildern. An das Buch kann der Film jedoch nicht ganz heranreichen. Die Bestialität Grenouilles geht im Film ein wenig unter.

Auf jeden Fall ist „Das Parfum“ als Buch und als Film zu diesem Thema zu empfehlen!