Spielt der Geruch bei der Partnersuche eine Rolle?

Spielt der Geruch bei der Partnersuche eine Rolle?

Partnersuche ist auch Geruchssache

Groß sollte er sein, erfolgreich und gepflegt, schöne Hände sollte er haben und nach Möglichkeit keinen Bauchansatz. So oder ähnlich beschreiben viele Frauen ihren Traumpartner. Durch online Partnerbörsen werden potenzielle Partner aufgrund ihrer Präferenzen zusammengeführt, die sie vorher in den verschiedenen Kategorien wie Äußeres oder Hobbys angegeben haben. Ob es dann tatsächlich funkt, entscheidet sich allerdings erst beim Rendezvous im echten Leben, denn Liebe geht durch die Nase.

Gegensätze ziehen sich an

Entscheidend dafür, wie anziehend wir einen Menschen finden, ist nämlich nicht sein Aussehen, oder wie erfolgreich er im Beruf ist, sondern sein Körpergeruch. Dabei geht es gar nicht unbedingt darum, ob jemand einfach gut oder schlecht riecht, sondern ob ein Paar sich im evolutionsbiologischen Sinne gut riechen kann. Ob im wahrsten Sinne des Wortes die Chemie stimmt also. Denn wie jemand riecht, ist eine Art Visitenkarte seiner Gene und seines Immunsystems. Jeder Mensch riecht einzigartig und hat, ähnlich wie bei Fingerabdrücken, einen eigenen Duft-Abdruck. Frauen bevorzugen dabei häufig den Geruch von Männern, die einen ganz anderen Duft-Abdruck als sie selbst haben, während potenzielle Partner mit ähnlicher genetischer Zusammensetzung wie die Frau selbst aufgrund ihres Geruches häufig als wenig attraktiv empfunden werden. Gegensätze ziehen sich an, sagt eine alte Weisheit, und in Bezug auf gegensätzliche Immunsysteme scheint dies durchaus zu stimmen. Es ist so etwas wie ein kleiner Trick von Mutter Natur, um sicherzustellen, dass der Nachwuchs so gesund wie möglich ist. Clevererweise ist der weibliche Geruchssinn im Zeitraum des monatlichen Eisprunges am schärfsten, wenn eine Schwangerschaft am wahrscheinlichsten ist.

Wie das duftet!

Ein magisches Parfum, mit dem die Angebetete angelockt werden kann, kann es also nicht geben, denn die Komponenten des Körpergeruches, von denen hier die Rede ist, sind nicht nur viel zu subtil, um sie bewusst wahrzunehmen, sondern auch absolut individuell. Dennoch hat sich der Mensch nicht ohne Grund schon seit den Zeiten der alten Ägypter mit Düften und Parfüm “geschmückt”. Der menschliche Geruchssinn hat eine Art eigenes Gedächtnis, mit dem die verschiedensten Gerüche von Kindheit an unbewusst gespeichert werden. So können Düfte auch Jahre später noch auf intensive Art und Weise Erinnerungen hervorrufen und beeinflussen, wie wohl oder unwohl sich jemand in einer Situation fühlt. Und je wohler man sich in der Gegenwart eines anderen Menschen fühlt, desto wahrscheinlicher findet man ihn auch attraktiv.

Von Aphrodisiaka und digitalen Duftmarken

Während Frauen den Geruch von gemähtem Gras, Kaffee, Kirschblüten und frisch gewaschener Wäsche besonders gerne mögen, bevorzugen Männer die Aromen von Lavendel, Lakritz und Donuts! Manche dieser Düfte sorgen für eine größere Sauerstoffzufuhr im Gehirn, was sich wiederum positiv auf Emotionen und den Hormonspiegel auswirkt. Duftnoten, die sowohl Männern als auch Frauen gefallen, sind Vanille, schwarzer Pfeffer und Zimt, wobei Aromen von Weihrauch, Ingwer, Limette, Orange, Patchouli und Rose am ­aphrodisierendsten wirken. Für Singles, die trotzdem lieber über eine online Partnerbörse wie parship.ch nach einem neuen Partner suchen, könnte in nicht allzu ferner Zukunft eine digital gespeicherte Duftmarke den Weg zum attraktivsten Gegenüber weisen. Schweizer Forscher haben einen Speicheltest entwickelt, der innerhalb von 20 Minuten einen Duft-Abdruck erstellt, welcher dann als Teil des Onlineprofils hinterlegt werden kann.

Titelbild © Andrey Kiselev – Fotolia.com