Parfum sofort erkennen – Kann man den Geruchssinn trainieren?

Man kann bis zu 10.000 Düfte wahrnehmen - Parfumeure mehr

Man kann bis zu 10.000 Düfte wahrnehmen - Parfumeure mehr

Riechstörungen oder ein verloren gegangener Geruchsinn ist für Betroffene ein ernst zu nehmendes Problem.

Dabei sind die Gründe für das Auftreten einer derartigen Störung äußerst vielfältig. Sehr häufig sind Erkrankungen der Polypen, ein Unfall oder Sturz auf den Kopf, ein grippaler Infekt oder eine Nasennebenhöhlen-Entzündung die Ursache dafür.

Normalerweise kann ein Mensch etwa 10.000 Gerüche mühelos wahrnehmen. Die geübte Nase eines Parfümeurs kann sogar bis zu 30.000 verschiedene Düfte unterscheiden. Schon an diesem Beispiel ist erkennbar, dass man seinen Geruchsinn durchaus trainieren kann, so dass man ein Parfum sofort an seinen einzelnen Gerüchen erkennen kann. Gerüche gleich welcher Art sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Gerüche und Parfums wecken in uns Erinnerungen, bereichern unser Leben und dienen der Orientierung. Wir empfinden schöne Gerüche wie etwa Parfumdüfte als sehr angenehm. Sie sind ein Spiegelbild von uns selbst und unserer Lebensart. Dabei reagieren erwiesenermaßen Frauen, bzw. Mädchen nach der Pubertät, sensibler auf Gerüche als Männer. Gerüche lösen Gefühle aus und können sowohl erotisierend, abstoßend oder unter Umständen auch lebensrettend sein. Ja sogar Emotionen wie Trauer, Wut oder Angst haben ihren eigenen „Geruch“. Hier kennt jeder sicher die treffende Bezeichnung „Angstschweiß“.

Die fantasievolle Welt des Parfüms und eine Duftreise durch verschiedene Essenzen zeigt sehr deutlich, dass viele Faktoren den Geruchsinn beeinflussen können. Jedes Parfüm hat sozusagen sein eigenes Leben, das sich erst in perfekter Harmonie entfalten kann. Es steigert unser Wohlbefinden. Allerdings gilt hier trotzdem: Weniger ist mehr.

Doch was kann man tun, wenn der Geruchsinn streikt oder wenn ganz oder teilweise verloren gegangen ist? Spätestens jetzt wird jedem klar – der Geruchsinn ist nicht nur etwas besonderes, auch sein Verlust ist oftmals folgenschwer.
Statistisch gesehen leiden 5% der Bevölkerung Mitteleuropas an Riechstörungen oder absolutem Riechverlust. Meist hat ein gestörter Geruchsinn zusätzlich auch die Beeinträchtigung oder den Verlust des Geschmacksinnes zur Folge.
Verschiedene Forschungen haben ergeben, dass man mit Hilfe unterschiedlicher Trainingsmaßnahmen seinen Geruchsinn tatsächlich wieder erlangen kann. Natürlich braucht man hierzu schon etwas Geduld!

Es gibt beispielsweise Möglichkeiten, diesem Problem erfolgreich mit Homöopathie zu begegnen. Auch ein spezielles „Geruchstraining“ kann hilfreich sein. Studien von HNO Ärzten haben gezeigt, dass man mit Übungen und verschiedenen Gerüchen, die man mehrmals täglich einatmet und sich einzuprägen versucht, langfristig schon eine Verbesserung des Geruchsinnes erreichen kann.

Ungefähr ein Drittel von 40 Testpersonen hat bei dieser Studie nach einem Zeitraum von 4 Wochen seinen Geruchsinn wiedererlangt.

Somit setzt man bei diesem Krankheitsbild zunehmend auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und deren Unterstützung. Manchmal kann auch Medikamenteneinnahme, etwa die Einnahme von Antibiotika, zu einem vorübergehenden Riechverlust führen. Das ist aber eher selten der Fall.

Allein durch die enorme Vielzahl der wahrzunehmenden Eindrücke bleibt auch ein gewisser Verschleiß der Riechorgane nicht aus. Tröstlich ist hier die Tatsache, dass sich unsere Riech-Sinneszellen etwa alle 60 Tage erneuern. Diese positive Erkenntnis lässt bestimmt so manchen wieder aufatmen.
Bislang noch nicht wirklich nachweisbar ist der Erfolg beim Einsatz von Vitaminen und Spurenelementen. Auch Akupunktur kann unter Umständen hilfreich sein. Hier liegen allerdings auch noch keine konkreten Forschungsergebnisse vor.

Die Welt der Düfte gehört zweifellos zum Faszinierendste was die Natur zu bieten hat. Sie hat ungefähr eine Million Düfte parat die von den unterschiedlichsten Lebewesen wahrgenommen werden können.
Das allein ist schon ein entscheidender Grund, seinen Geruchsinn bestmöglich zu trainieren.